Ein Berater erklärt, wie Betriebe ohne ihre Inhaber funktionieren sollen. Der Vortrag sitzt. Die Lobby-Szene, die nachdenkliche Unternehmerin, der Satz, der im Kopf bleibt – alles da.
Wer seinen Namen googelt, sieht es sofort: Dauerhaft geschlossen.
Nicht der Betrieb der Unternehmerin. Der des Beraters.
Das ist kein technisches Versehen. Das ist ein blinder Fleck. Und blinde Flecken haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie sitzen genau dort, wo man am sichersten glaubt zu sehen.
Die Frage, die er seiner Klientin stellt – Wie soll mein Betrieb eines Tages auch ohne mich gut funktionieren? – ist eine gute Frage. Aber sie beginnt nicht mit der Nachfolgeplanung. Sie beginnt damit, dass der eigene Betrieb nach außen so aussieht, als würde er noch funktionieren.
Berater haben einen Berufsreflex: Sie schauen auf den anderen. Das ist ihr Werkzeug und ihre Schwäche zugleich.
Die besten Hinweise auf den eigenen blinden Fleck kommen nicht vom Kollegen, nicht vom Coach, nicht vom Sparringspartner.
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