Die Begründung ist selten der eigentliche Grund.

Unternehmer können nahezu jede Entscheidung sachlich begründen. Warum sie nicht delegieren, stärker kontrollieren oder an bestimmten Abläufen festhalten.

Die Argumente klingen plausibel: Das Team sei noch nicht so weit, das Risiko zu groß, der Zeitpunkt ungünstig. All das kann stimmen. Es muss aber nicht der eigentliche Grund sein.

Entscheidungen entstehen nicht nur aus Zahlen und Fakten, sondern auch aus Erfahrungen und Überzeugungen. Wer Kontrolle mit Sicherheit verbindet, wird Delegation anders bewerten als jemand, der Vertrauen als tragfähig erlebt.

Das wird problematisch, wenn ein Unternehmen unter einer Struktur leidet, die der Unternehmer weiterhin für notwendig hält. Dann werden Prozesse verändert, Zuständigkeiten neu verteilt und Systeme eingeführt. Doch das Denken bleibt dasselbe.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob eine Begründung richtig oder falsch ist.

Sondern ob sie vollständig ist.

Denn manchmal schützt ein sachliches Argument lediglich eine Überzeugung, die nie überprüft wurde.

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