Methoden geben vor allem dem Anwender Sicherheit.

Wer schon einmal einen Workshop über sich ergehen ließ, kennt den Moment: Der Berater arbeitet sein Raster ab, Schritt für Schritt, Folie für Folie. Die Fragen kommen in der vorgesehenen Reihenfolge. Nur die eigene Situation kommt darin nicht vor.

Das ist kein Zufall. Es ist die Bauart.

Eine Methode verspricht Orientierung. Für bestimmte Lagen gibt es feste Abläufe, Modelle, Fragen in der richtigen Folge. Das erleichtert die Arbeit – zuerst und vor allem dem, der die Methode anwendet. Wer sich an einem Ablauf festhält, hat etwas, woran er sich halten kann.

Genau darin liegt die Kehrseite. Wer dem nächsten Schritt folgt, achtet irgendwann mehr auf den Schritt als auf den Menschen vor sich. Dann wird nicht mehr gefragt, was dieser Fall gerade verlangt, sondern welcher Programmpunkt als Nächstes vorgesehen ist. Die Sicherheit ist real. Nur liegt sie beim Anwender, nicht bei dem, für den er da sein sollte.

Menschen und Betriebe sind keine standardisierten Systeme. Was beim einen greift, läuft beim nächsten ins Leere oder richtet Schaden an. Nicht die Bekanntheit einer Methode entscheidet über ihren Wert, sondern ob sie zu diesem Fall passt.

Sobald der Mensch zur Methode passen muss, dient die Methode nicht mehr dem Menschen.

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