Strategie beginnt mit dem, was man nicht tut.

Fast jede Strategie beginnt mit einer Liste.

Neue Märkte. Neue Produkte. Neue Zielgruppen. Mehr Vertrieb. Mehr Sichtbarkeit. Mehr Digitalisierung.

Es kommt etwas hinzu.

Selten steht daneben, was dafür verschwinden soll.

Dabei ist genau das der Punkt. Solange alles bestehen bleibt, was bisher wichtig war, ist das Neue keine Strategie. Es ist zusätzliche Arbeit.

Ein Unternehmen kann nicht gleichzeitig jeden Markt bedienen, jede Gelegenheit verfolgen und jede Leistung anbieten, die irgendwann einmal funktioniert hat. Trotzdem werden Entscheidungen häufig so getroffen, als müsste nur genug organisiert werden, damit alles nebeneinander möglich bleibt.

Das Ergebnis sieht nach Wachstum aus.

In Wirklichkeit wächst zunächst die Komplexität.

Mehr Angebote brauchen mehr Erklärungen. Mehr Kundengruppen erzeugen mehr Ausnahmen. Mehr Projekte konkurrieren um dieselben Menschen, dieselbe Zeit und dasselbe Geld.

Strategie verlangt deshalb Auswahl.

Und Auswahl bedeutet zwangsläufig, Möglichkeiten nicht weiterzuverfolgen.

Das ist schwieriger, als einen neuen Plan zu schreiben. Denn etwas nicht zu tun heißt, auf eine Möglichkeit zu verzichten, deren Wert sich vielleicht nie überprüfen lässt.

Genau deshalb bleiben so viele Türen offen.

Nicht weil alle wichtig wären.

Sondern weil niemand die Verantwortung dafür übernehmen möchte, eine zu schließen.

Eine Entscheidung, bei der nichts entfällt, verändert wenig. Sie verteilt nur mehr Ansprüche auf dieselben Ressourcen.

Strategie zeigt sich deshalb nicht an der Länge der Maßnahmenliste.

Sondern daran, was nach der Entscheidung nicht mehr getan wird.

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