Eine BWA ist kein Lagebericht.

Eine BWA zeigt, was war. Nicht was aktuell ist. Wer das verwechselt, verwechselt Rückspiegel mit Windschutzscheibe.

Die BWA – die betriebswirtschaftliche Auswertung – ist das meistgenutzte Steuerungsinstrument im Mittelstand. Und gleichzeitig eines der meistmissverstandenen.

Viele Steuerberater erstellen die BWA nicht unmittelbar nach Quartalsende, sondern mit deutlichem Zeitversatz. Der Grund liegt in der Praxis: späte Beleganlieferung, Buchhaltung im Rhythmus der Umsatzsteuervoranmeldung, dazu die gesetzliche Fristverlängerung. Das Quartal endet im Juni. Die BWA kommt Mitte August. Die meisten Mandanten wissen das nicht einmal.

Die Zahlen sind gebucht – aber oft nicht vollständig. Fehlende Abgrenzungen, offene Nachbuchungen, nicht periodengerecht erfasste Positionen. Eine BWA, die das nicht berücksichtigt, verzerrt das Bild zusätzlich. Sie beschreibt eine Vergangenheit, die mit der Gegenwart nichts mehr zu tun hat. Ein Materialeinkauf im Juni drückt das Ergebnis. Der Umsatz im Juli gleicht alles aus. Wer das im August nicht weiß – weil seine BWA im Juni endet – zieht falsche Schlüsse.

Manchmal fatale.

Ergebnisse brauchen Kontext. Und Kontext braucht Aktualität. Eine BWA, die Monate in der Vergangenheit lebt, liefert weder das eine noch das andere.

Wer seine aktuelle Lage kennen will, braucht aktuelle Zahlen. Der Rückspiegel hilft beim Einparken – nicht beim Fahren.

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