Neulich ein Beitrag über Seriosität in der Beratungsbranche. Gut gemeint. Inhaltlich vertretbar.
Aber da war dieser Satz: „Und du vertraust diesem Menschen dein Lebenswerk an.“
Der Unternehmer, den der Autor meinte – Mitte fünfzig, eher sechzig – wurde sein ganzes Berufsleben lang gesiezt. Vom Bankdirektor. Vom Notar. Von jedem, der in einer ernsthaften Situation neben ihm saß.
Ausgerechnet beim größten Deal seines Lebens kommt da jemand Fremdes und duzt ihn.
Das ist keine Nähe. Das ist Übergriff.
Wer seine Zielgruppe kennt, kennt auch ihre Sprache. Und wer die falsche Sprache wählt, hat verloren – bevor er den ersten inhaltlichen Satz gesagt hat.
Sprache ist keine Frage des Stils. Sie ist eine Frage der Haltung.