Veränderung beginnt mit der Anerkennung dessen, was ist.

Wer etwas verändern will, blickt nach vorn. Auf das Ziel, den besseren Zustand, den Plan. Der Ausgangspunkt interessiert dabei kaum – er soll ja verschwinden. Man will weg von hier, also hält man sich mit dem Hier nicht lange auf.

Genau das rächt sich.

Denn verändern lässt sich nur, was man vorher genau kennt. Wer den Ist-Zustand überspringt, weil er ihm nicht gefällt, verändert eine Lage, die er nie richtig angesehen hat. Er behebt, was er vermutet, nicht was tatsächlich ist. Und wundert sich, wenn die Maßnahme ins Leere greift oder an anderer Stelle Schaden anrichtet.

Anerkennung meint hier nicht Zustimmung. Man muss den Ist-Zustand nicht gutheißen, um ihn anzuerkennen. Anerkennen heißt nur: sehen, was ist, ohne es sofort wegzuwünschen. Der Betrieb macht Verlust – nicht „eigentlich läuft es ja“. Die Zusammenarbeit ist zerrüttet – nicht „das renkt sich schon wieder ein“. Erst wo die Lage benannt ist, wie sie ist, gibt es einen festen Punkt, von dem aus Veränderung überhaupt ansetzen kann.

Der Widerstand dagegen ist verständlich. Den Ist-Zustand anzuerkennen bedeutet, sich einzugestehen, wie es wirklich steht – manchmal unbequemer, als es der Plan für die Zukunft ist. Deshalb flüchtet man nach vorn, bevor man hinten aufgeräumt hat. Die Zukunft ist angenehmer zu betrachten als die Gegenwart.

Wer über die Gegenwart hinwegsieht, verliert den Boden, auf dem jede Veränderung stehen müsste.

Es gibt keinen Weg von hier nach dort, solange man nicht akzeptiert, wo hier ist.

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