Nobody is perfect. Aber ich will nicht gerne Nobody sein.

Ein Satz wie eine Beruhigungspille. Wir sagen ihn, wenn etwas schiefgeht. Wir nicken, wenn andere ihn nutzen, um ihre Fehler zu rechtfertigen. „Nobody is perfect.“ Klingt menschlich. Ist aber in der Wirtschaft oft der Anfang vom schlechten Kompromiss.

Wer sich hinter der Unvollkommenheit aller Menschen versteckt, baut sich eine Komfortzone aus Ausreden.

Im Unternehmertum hat diese Haltung einen hohen Preis. Wer akzeptiert, dass sowieso niemand perfekt ist, neigt dazu, bei der Qualität, beim Service oder bei den eigenen Zahlen beide Augen zuzudrücken. Man wird ungenau. Man wird beliebig. Man wird austauschbar. Ein Niemand. Ein Nobody.

Der Anspruch darf nicht sein, fehlerfrei zu sein – das ist physikalisch und menschlich unmöglich. Aber der Anspruch muss sein, verdammt noch mal nicht im Mittelfeld der Beliebigkeit zu verschwinden.

Souveränität entsteht nicht dadurch, dass man Fehler mit einem Achselzucken und einem Sprichwort abtut. Souveränität entsteht, wenn man die eigenen Schwachstellen präzise analysiert, die Konsequenzen trägt und den Anspruch an das eigene Handeln extrem hochhält.

Niveau ist eben kein Standard, auf den man sich einigt, sondern eine tägliche Entscheidung.

Ich feile lieber an der Perfektion und scheitere auf hohem Niveau, als mich im kollektiven Mustertopf des ‚Nobody is perfect‘ gemütlich einzurichten.

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