Wer wirklich was hat, muss es nicht zeigen.

Ich bin Jahrgang 64. Ich habe in meinem Unternehmerleben viele Menschen getroffen, die wirklich etwas aufgebaut haben. Keiner von ihnen hat mir das an der digitalen Theke erklärt.

Das ist kein Zufall.

Wer echte unternehmerische Substanz hat, verbringt seine Zeit damit, sie zu mehren – nicht damit, sie zu inszenieren. Der Schreiner, der sein Handwerk beherrscht, redet nicht darüber. Er baut Möbel. Der Unternehmer, der wirklich hunderte Immobilien besitzt, sitzt nicht vor der Kamera. Er sitzt im Notariat.

Was ich heute auf LinkedIn sehe, ist etwas anderes. Menschen, die Erfolg verkaufen, statt ihn zu haben. Die Steuerberater-Dokumente in die Kamera halten, weil irgendjemand zweifelt. Die jeden Kritiker als neidisch einordnen, weil das bequemer ist als eine ehrliche Antwort.

Früher – und ich sage das ohne Nostalgie – gab es dafür einen einfachen Mechanismus: Man wurde ausgelacht. Vom Nachbarn. Vom Kollegen. Vom Markt. Wer Substanz vortäuschte, flog schnell auf. Nicht weil die Menschen klüger waren. Sondern weil man sich kannte.

Heute kennt man sich nicht. Heute reichen Reichweite und Selbstbewusstsein.

Substanz braucht kein Publikum. Wer eines braucht, sollte sich fragen warum.

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