Zahlen wirken objektiv.
Umsatz ist Umsatz. Marge ist Marge. Auslastung ist Auslastung.
Die Zahl scheint eindeutig.
Nur die Frage dahinter ist es oft nicht.
Wer wissen will, wie sich ein Unternehmen entwickelt, kann den Umsatz betrachten. Dann bekommt er eine Antwort auf die Frage, wie viel verkauft wurde.
Nicht darauf, wie gesund das Geschäft ist.
Wer die Auslastung misst, erfährt, wie stark Kapazitäten genutzt werden.
Nicht, ob damit das Richtige getan wird.
Wer die Zahl der Neukunden verfolgt, sieht, wie viele hinzugekommen sind.
Nicht, wie viele davon bleiben.
Die Zahl täuscht nicht.
Aber sie beantwortet eben nur das, wonach gefragt wurde.
Das Problem entsteht, wenn aus einer begrenzten Antwort eine umfassende Erklärung wird.
Dann steht der Umsatz für Erfolg. Die Auslastung für Produktivität. Die Zahl der Anfragen für Marktinteresse. Der Gewinn für Zukunftsfähigkeit.
Aus einer Kennzahl wird ein Urteil.
Dabei beginnt gute Steuerung nicht mit der Zahl.
Sie beginnt mit der Frage, die geklärt werden soll.
Was wollen wir tatsächlich wissen? Welche Entwicklung interessiert uns? Woran würden wir erkennen, dass etwas besser oder schlechter geworden ist? Und welche Zahl könnte darüber überhaupt Auskunft geben?
Erst dann bekommt eine Kennzahl ihren Sinn.
Zahlen schaffen Klarheit nicht von selbst.
Sie machen nur sichtbar, was vorher so gefragt wurde, dass es sichtbar werden konnte.