Eine gute Kennzahl kann die falsche Entwicklung bestätigen.

Eine Kennzahl kann sich verbessern und trotzdem läuft etwas in die falsche Richtung.

Der Umsatz steigt, die Auslastung auch, die Zahl der Neukunden ebenfalls. Im Bericht sieht das gut aus. Nur beantwortet keine dieser Zahlen die Frage, ob das Unternehmen gerade das Richtige verstärkt.

Genau darin liegt die Gefahr.

Kennzahlen messen Entwicklungen innerhalb eines gewählten Rahmens. Wenn dieser Rahmen falsch gesetzt ist, kann eine gute Zahl sogar beruhigen, während sich das eigentliche Problem vergrößert.

Ein Unternehmen kann seine Auslastung steigern, indem es immer mehr Aufträge annimmt. Die Kennzahl wird besser. Gleichzeitig sinken die Margen, die Mitarbeiter arbeiten dauerhaft am Limit und für strategische Entwicklung bleibt keine Zeit mehr.

Die Auslastung hat korrekt gemessen. Nur nicht, ob diese Entwicklung sinnvoll ist.

Das gilt auch für Wachstum. Mehr Kunden können ein Erfolg sein. Sie können aber auch bedeuten, dass ein Geschäftsmodell schneller an seine Grenzen kommt. Mehr Umsatz kann Stärke zeigen oder verdecken, dass dafür immer mehr Aufwand notwendig wird.

Eine Kennzahl kennt diese Unterschiede nicht. Sie bestätigt nur, was vorher als wünschenswerte Richtung definiert wurde.

Deshalb reicht es nicht, eine Zahl zu verbessern. Man muss auch wissen, warum genau diese Verbesserung gut sein soll.

Sonst entsteht Steuerung nach Anzeige: Die Nadel bewegt sich in die gewünschte Richtung, also scheint alles zu stimmen. Dabei kann das eigentliche Problem längst an einer anderen Stelle wachsen.

Eine gute Kennzahl ist noch kein Beweis für eine gute Entwicklung.

Manchmal zeigt sie nur sehr präzise, dass man das Falsche erfolgreich optimiert.

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