Viele Unternehmer zahlen sich selbst zuletzt. Erst das Unternehmen, dann – wenn etwas übrig bleibt – der eigene Lohn.
Das klingt verantwortungsbewusst. Es ist aber ein Rechenfehler.
Wer seinen eigenen Lohn nicht als Kostenposition führt, kennt seine Zahlen nicht. Das Unternehmen erscheint profitabler als es ist. Preise werden zu niedrig kalkuliert. Entscheidungen basieren auf einer Grundlage, die nicht stimmt.
Der kalkulatorische Unternehmerlohn ist keine Entnahme. Die Frage ist: Was würde eine qualifizierte Führungskraft kosten, die Ihre Rolle übernimmt?
Wer diese Zahl nicht kennt, subventioniert sein eigenes Unternehmen – ohne es zu merken.
Ein Unternehmen, das nur dann rentabel ist, wenn der Inhaber unter Marktlohn arbeitet, ist strukturell defizitär. Auf dem Papier läuft es. In Wirklichkeit nicht.
Es gibt eine Form der Selbstausbeutung, die nie als solche erkannt wird. Man nennt sie Leidenschaft. Manchmal ist sie einfach schlechte Kalkulation.
Wer sich selbst nicht einpreist, lügt sich in die eigene Tasche.