Selbstannahme ist keine Kapitulation.

Wenn es im Betrieb schlecht läuft, gibt es einen verbreiteten Reflex: Die Zahlen werden erklärt, nicht angesehen. Der Einbruch war ein Ausreißer. Der Markt war schwierig. Der eine Großkunde, der wegbrach, kommt bestimmt zurück. Alles halb so wild.

Das klingt nach Zuversicht. Es ist das Gegenteil.

Denn wer seine Lage kleinredet, verzichtet auf das Einzige, von dem aus sich etwas ändern ließe: die Lage, wie sie ist. Man kann eine Wirklichkeit nicht bewusst verändern, die man nicht anerkennt. Wer sie beschönigt, bekämpft oder wegerklärt, verbraucht seine Kraft an der Abwehr statt an der Sache.

Sich anzunehmen heißt nicht, alles gutzuheißen, was ist. Es heißt, die eigene Situation weder größer noch kleiner zu machen, als sie ist. Erst dann wird sichtbar, was sich ändern lässt, was hinzunehmen ist und wo die eigene Verantwortung beginnt.

Veränderung aus Selbstablehnung bleibt ein Kampf gegen die eigene Person. Veränderung aus Klarheit richtet sich auf das, was tatsächlich möglich ist.

Selbstannahme beendet die Entwicklung nicht. Sie schafft ihre Voraussetzung.

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