Marketing & Strategie

Die Bühne mit dem Publikum verwechseln.

Die meisten wollen eine neue Bühne bauen. Einen eigenen Kanal. Eine eigene Plattform. Eine eigene Bühne – auf der sie dann warten, bis jemand zuschaut.

Dabei sitzt das Publikum längst woanders. Ein Kommentar unter dem Beitrag eines Wettbewerbers. Ein Gespräch auf der Veranstaltung eines Verbands.

Eine Antwort dort, wo die eigentliche Zielgruppe ohnehin zuhört. Nicht um zu netzwerken. Sondern weil ein Gedanke einen Gedanken verdient.

Wer die Bühne mit dem Publikum verwechselt, baut Reichweite an Orten, an denen niemand zuhört. Sichtbarkeit entsteht nicht dort, wo man sendet.

Sondern dort, wo die richtigen Menschen bereits zuhören.

Wenn das Geschäftsmodell nicht mehr trägt, hilft kein Marketing.

Marketing kann Aufmerksamkeit erzeugen. Vertrauen aufbauen. Reichweite schaffen.

Es kann kein Geschäftsmodell reparieren.

Wer merkt, dass die Marge schwindet, die Kunden ausbleiben oder der Wettbewerb das Angebot überholt hat, greift trotzdem oft zuerst zur Sichtbarkeit. Neuer Auftritt. Neue Kampagne. Neue Botschaft.

Das ist verständlich. Marketing fühlt sich nach Handlung an.

Aber es ist die falsche Handlung. Ein kaputtes Geschäftsmodell lauter zu kommunizieren, bringt mehr Menschen dazu, Nein zu sagen.

Die eigentliche Frage ist eine andere: Warum kaufen Kunden nicht mehr – oder nicht mehr zu diesem Preis? Was hat sich verändert – beim Kunden, im Markt, im Angebot?

Wer diese Fragen scheut, erkauft sich mit Marketing nur etwas Zeit. Keine Zukunft.

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