Warum neue Prozesse das alte Denken stabilisieren können.

Wenn ein Unternehmen nicht mehr rundläuft, werden Prozesse überprüft. Zuständigkeiten werden neu geordnet, Abläufe dokumentiert und zusätzliche Kontrollpunkte eingeführt.

Das wirkt konsequent. Schließlich soll Struktur dafür sorgen, dass Fehler vermieden und Entscheidungen beschleunigt werden.

Doch Prozesse entstehen nicht unabhängig vom Denken der Menschen, die sie gestalten. Wer Mitarbeitern nicht vertraut, baut mehr Kontrollen ein. Wer Verantwortung nicht wirklich abgeben will, schafft zusätzliche Freigaben. Wer Unsicherheit vermeiden möchte, verlangt immer mehr Informationen.

Der neue Prozess löst dann nicht das eigentliche Problem. Er übersetzt es lediglich in eine verbindliche Struktur.

Damit wird das bisherige Denken nicht verändert, sondern organisatorisch abgesichert. Was zuvor eine persönliche Überzeugung war, gilt anschließend als betriebliche Notwendigkeit.

Ein neuer Prozess kann ein Unternehmen verändern.

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