Handlungsspielraum beginnt dort, wo Ausreden enden.

„Der Markt gibt das nicht her.“ „Dafür habe ich keine Zeit.“ „Bei uns geht das nicht.“ Solche Sätze klingen nach nüchterner Lagebeschreibung. Tatsächlich tun sie etwas anderes: Sie schließen die Frage, bevor sie gestellt wird. Wo ein solcher Satz steht, ist die Sache erledigt – es gibt nichts zu tun.

Genau das ist ihr Zweck.

Eine Ausrede ist keine Lüge. Sie enthält meist einen wahren Kern. Der Markt ist schwierig, die Zeit knapp, manches tatsächlich nicht einfach. Aber die Ausrede macht aus einer Schwierigkeit eine Unmöglichkeit. Sie verwandelt „schwer“ in „geht nicht“ – und entlässt einen damit aus jeder weiteren Überlegung. Das ist der Gewinn: Wo nichts möglich ist, muss man nichts versuchen.

Der Preis ist der Spielraum. Denn hinter fast jeder Ausrede liegt ein Rest, der sehr wohl in der eigenen Hand ist. Nicht der ganze Markt, aber das eigene Angebot. Nicht alle Zeit, aber die nächste Stunde. Nicht die ganze Lage, aber der nächste Schritt. Dieser Rest wird unsichtbar, solange die Ausrede die Sicht versperrt. Er taucht erst auf, wenn man sie beiseiteschiebt und fragt: Was davon liegt tatsächlich bei mir?

Diese Frage ist unbequem, weil sie zurückführt. Solange der Markt schuld ist, ist man fein heraus. Sobald ein eigener Anteil sichtbar wird, entsteht etwas zu tun. Handlungsspielraum und Bequemlichkeit schließen sich aus: Das eine beginnt, wo das andere endet.

Nicht jede Grenze ist eine Ausrede. Aber jede Ausrede verdeckt eine Grenze, die weiter läge, als man zugeben möchte – der Autor eingeschlossen.

Wo die Ausrede aufhört, fängt das an, was man selbst noch tun kann.

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