Motivation ersetzt keine Selbstwirksamkeit.

Wenn es stockt, wird gern an der Motivation gedreht. Ein zündender Vortrag, ein Anreiz, ein guter Zuspruch – und schon soll es wieder laufen. Für einen Moment tut es das auch. Die Stimmung steigt, der Wille ist da. Nur hält es selten, und bald steht man wieder am selben Punkt.

Weil Motivation nicht das Problem war.

Motivation ist der Wunsch, etwas zu tun. Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, es auch zu können. Das sind zwei verschiedene Dinge. Man kann hochmotiviert sein und trotzdem nicht handeln, weil im Inneren die Gewissheit fehlt, dass das eigene Tun überhaupt etwas bewirkt. Dann verpufft die Motivation an einer Wand, die sie nicht sieht. Mehr Antrieb hilft nicht gegen den Zweifel, ob der Antrieb irgendwohin führt.

Im Betrieb wird das regelmäßig verwechselt. Ein Mitarbeiter, der zögert, gilt als unmotiviert, also wird er angefeuert. Dabei zögert er vielleicht, weil er schon mehrfach erlebt hat, dass seine Vorschläge im Nichts verliefen. Nicht der Wille fehlt ihm, sondern die Erfahrung, etwas bewegen zu können. Gegen diese Erfahrung kommt keine Motivationsspritze an. Sie behandelt das Symptom und lässt die Ursache stehen.

Selbstwirksamkeit entsteht nicht durch Zuspruch, sondern durch Erfahrung. Durch den einen Moment, in dem das eigene Handeln nachweislich etwas verändert hat – klein genug, um gelingen zu können, echt genug, um zu zählen. Erst solche Erfahrungen bauen die Überzeugung auf, die kein Vortrag liefern kann.

Wer nur die Motivation nährt, füttert einen Hunger, der an anderer Stelle entsteht.

Motivation treibt an. Aber nur, wer sich für wirksam hält, kommt dort auch an.

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